___In Cover Of The Moon... <3

Es schreit das Huhn
es lacht der Hund
Ich dichte heute
wieder Schund

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Nunja, das war eher nur mal zum schauen, ob das mit der Zusatzseite funktioniert.
Ab sofort gibts richtige literarische Sachen von mir, muss mir nur noch überlegen, womit ich anfange ...
Vielleicht hiermit? Eine selbstgedichtete Bearbeitung von Pyramus udn Thisbe (Ovid):

Erzählen will ich auf Geheiß
die wundersame Sage
wie Beeren waren einst schneeweiß
und schwarz wurden vor Klage.

Die Thisbe liebte Pyramus
und sie liebt ihn nicht minder
doch väterlicher Feindsentschluss
verwehrt das Glück der Kinder

Nur eine Wand trennt Mann und Frau
und dennoch sind es Welten.
Viel weniger gar noch als Tau
die Venusgaben gelten.

Die alte Wand durchzieht ein Riss,
daran die Liebsten stehen.
„Wie sehr ich dich, mein Lieb, vermiss!“
hört man oft Thisbe flehen.

Ihr heißer Kuss reicht nicht heran
an ihres Liebsten Wangen
Je ferner ihr erscheint der Mann
je größer das Verlangen.

Einst Pyramus den Rat ihr gab:
„Lass uns von hier verschwinden!
Wir treffen uns an Ninus’ Grab,
dort wird niemand uns finden!“

Und heute wagt es Thisbe, flieht,
um ihre Lieb zu wahren.
Alleine sie den Wald durchzieht,
sie denkt nicht an Gefahren.

Ein Löwentier kommt zu der Stell’
Es brüllt und läuft unglaublich schnell.
Sieh, Thisbe flieht, von Angst erfüllt,
es scheint als könnt sie fliegen.

Der Mantel, der sie hat umhüllt,
er bleibt vergessen liegen.
Die Löwin, deren Maul noch troff
zerreißt ihn nun – Blut klebt am Stoff.

Pyramus kommt, er sieht das Blut,
kommt zu den falschen Schlüssen.
Erst flucht er laut, in heißer Wut,
bedeckt den Stoff mit Küssen.

„Oh Götter, seht nur welche Not,
seht, wen ich hier verliere.
Ich, ich bin Schuld an ihrem Tod!
Zerreißt mich nur, ihr Tiere.“

Der Jüngling zieht sein Schwert und rammt
es sich in seinen Leibe.
Und stirbt so ,wie er glaubt, mitsamt
dem tot geglaubten Weibe.

Der Strahl des Blutes färbt sodann
die Beeren schwarz wie Nacht.
So sei damit von heute an
der Liebenden gedacht.

Und Thisbe naht mit eil’gem Schritt,
hält Angst nunmehr für Träume.
Doch immer kürzer wird der Tritt,
sind das die rechten Bäume?

Von weißen Beern sprach Pyramus,
als er beschrieb die Stelle,
doch diese hier sind schwarz wie Ruß
und nicht, wie vorher, helle.

Noch zögert sie, da sieht sie dort
Eine Gestalt am Grabesort
Oh weh, das ist ihr Liebster doch,
beinah will Thisbe weichen.
Sie küsst die Stirn des Mannes noch,
umarmt den Leib, den bleichen.

„Oh Pyramus, was sehe ich,
wie bleich sind deine Wangen?
Du weckst in mir, gar fürchterlich
ein unerwartet Bangen.

Mein Liebster, Liebster sprich ein Wort,
gib mir ein Lebenszeichen!
Oh wehe mir, jetzt bist du fort,
nun will ich mit dir weichen.

Die Liebe führte dir die Hand
zu nehmen dir das Leben
Im Tode dann sein wir verwandt,
die meine will ich heben.

Nun höre her, du kaltes Schwert,
bedeckt mit roten Flecken:
Das Liebesglück ward uns verwehrt,
so sollst Du mein Blut schmecken!“

So spricht die Jungfrau schmerzensvoll
und hebt den Arm zum Streiche,
verflucht den alten Vätergroll,
- die Klinge stößt ins Weiche.

Noch einmal öffnet sich zitternd der Mund
ruft „Liebster, ich komme!“ und verstummt.
Als letzte Zeugen der Liebesglut
verweilen die Beeren – schwarz von Blut.

 

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